Offener Brief - FLVW erhöht Gebühren

Anstatt 3055 Euro jährlich - ab 2027 dann satte 6110 Euro

Artikel vom 15. Dezember 2025

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    Mit Erschrecken haben wir die Entscheidung des FLVW Westfalens zur Kenntnis genommen, unter anderem die Verbandsbeiträge für Vereine im kommenden Jahr um 40 %, im darauffolgenden Jahr um weitere 60 % zu erhöhen! Für die SG FinnBam heißt dies, dass aufgrund der Oberliga-Zugehörigkeit anstatt 3055 Euro jährliche Gebühren satte 6110 Euro ab 2027 gestemmt werden müssen. Für uns als Verein, der nahezu ausschließlich von Ehrenamtlichen geleitet und getragen wird, und der dank des umsichtigen wirtschaftlichen Handelns mit bestenfalls plus minus 0 aus dem Geschäftsjahr geht, ein Schlag ins Gesicht. Auch die anderen Vereine der Region trifft es nicht minderschwer, zum Beispiel die SG Serkenrode/Fretter in der Bezirksliga, oder den FC Lennestadt e.V. und den SV04 Attendorn in der Landesliga.
     
    Kreisliga C/D - 305 EUR, ab 2027 610 EUR
    Kreisliga B - 410 EUR, ab 2027 820 EUR
    Kreisliga A - 485 EUR, ab 2027 970 EUR
    Bezirksliga - 1140 EUR, ab 2027 2280 EUR
    Landesliga - 1530 EUR, ab 2027 3060 EUR
    Westfalenliga - 2290 EUR, ab 2027 4580 EUR
     
    Laut FLVW sollen „die Beitragserhöhung gezielt in die Sportinfrastruktur der SportSchule (Kaiserau) investiert werden, wovon alle Vereine profitieren“. Für Vereine, die seit Jahren mit explodierenden Kosten, maroden Anlagen und sanierungsbedürftiger Infrastruktur kämpfen, ist eine solche Aussage an Hohn kaum zu überbieten. Der FLVW plant unter anderem die Umrüstung eines bestehenden Rasenplatzes in einen neuen Kunstrasenplatz sowie den Neubau eines weiteren Platzes. Auch die Aussage, dass "in den vergangenen Monaten durch konsequente interne Einsparmaßnahmen der Betrieb gesichert werden konnte" erscheint fragwürdig in Anbetracht der Tatsache, dass einige Vereine bereits seit vielen Jahren zu solchen Schritten gezwungen sind.
     
    Es erweckt den Anschein, als würde der Verband langsam aber sicher den Kontakt zur Basis und den Blick für die Probleme der lokalen Vereine verliert. Sei es die nicht nachvollziehbaren wieder Eingliederungen der Profivereine VfL Bochum II und Arminia Bielefeld II in die Oberliga entgegen der Proteste der etablierten Vereine oder nun diese Beitragserhöhung, die den ein oder anderen Verein finanziell an den Rand des Möglichen bringen wird.
     
    Welche Möglichkeiten bleiben den Vereinen? Erhöhung der eigenen Mitgliedsbeiträge, Erhöhung der Eintrittspreise, Streichung von Angeboten? All das dürfte eher zu einem weiteren Rückgang der Einnahmen durch schwindende Mitglieder- und Besucherzahlen bei den Vereinen führen und somit schlimmstenfalls einen Teufelskreis auslösen, der die Fußball-Landschaft so wie wir sie heute kennen und lieben ernsthaft bedrohen könnte. Hier sei allerdings auch erwähnt, dass nicht nur Fußballvereine betroffen sind, sondern auch Freizeit- und Gesundheitssportvereine.
     
    Die erste Beitragserhöhung tritt bereits zum 01.01.2026, also in gerade einmal zwei Wochen, in Kraft. Anstatt ruhige Feiertage zu genießen wird sich nun der geschäftsführende Vorstand wohl damit beschäftigen müssen, wie diese Mehrausgaben im kommenden Jahr gedeckt werden können.
     
    Mit sportlichen Grüßen
    Der geschäftsführende Vorstand
     
    Weitere Quellen: