SG sagt leise „Servus“

Schiedsrichter: Annika KostLinienrichter: Adrian Mazurkiewicz, Lucas Maserski
Zuschauer: 199
1:4 gegen Schermbeck nur noch Kosmetik
Spielbericht vom 31. Mai 2026
Der Spielbericht wird präsentiert von:
Und dann war Schluss.
Zumindest vorerst bis zum Sommer ...
Mit dem Schlusspfiff der Partie gegen den SV Schermbeck endete am Sonntag nicht nur ein Fußballspiel – sondern auch ein ganz besonderes Kapitel der Vereinsgeschichte der SG Finnentrop/Bamenohl. Nach sechs Jahren Oberliga Westfalen heißt es Abschied nehmen von der fünfthöchsten Spielklasse.
Doch ehrlich gesagt: Das Ergebnis interessierte am Ende kaum noch jemanden.
Das 1:4 gegen die Gäste aus Schermbeck rückte spätestens in den Hintergrund, als allen bewusst wurde, worum es an diesem Nachmittag wirklich ging. Es ging um Emotionen. Um Dankbarkeit. Um Abschiede. Und um Menschen, die diesen Verein über Jahre geprägt haben.
Schon vor der Partie war klar, dass das Fußballwunder ausbleiben würde. Drei Punkte und gleichzeitig 14 Tore aufzuholen – daran glaubte niemand mehr in der H&R-Arena. Und trotzdem war die Tribüne gut gefüllt. Nicht, weil es noch um den Klassenerhalt ging. Sondern weil man gemeinsam diesen letzten Oberliga-Moment erleben wollte.
Sportlich erwischte Schermbeck den besseren Start und führte bereits früh mit 1:0. Nach dem Seitenwechsel keimte durch den Treffer von Eren Albayrak noch einmal Hoffnung auf. Für einen kurzen Moment war sie da – diese Energie, dieses „Vielleicht doch noch der letzte Sieg“. Doch die Gäste nutzten ihre Chancen konsequent und entschieden die Partie letztlich verdient für sich.
Aber Fußball schreibt eben nicht immer nur Geschichten über Tabellen und Ergebnisse.Die emotionalsten Momente des Tages kamen erst danach.
Besonders still – und gleichzeitig besonders laut – wurde es, als Christopher Hennes wenige Minuten vor Schluss ein letztes Mal den Platz verließ. 25 Jahre lang trug „CH8“ das Trikot der SG, kämpfte, grätschte, führte und lebte diesen Verein wie kaum ein anderer. Als er ausgewechselt wurde, erhoben sich die Zuschauer von ihren Plätzen. Standing Ovations. Die Mannschaft bildete ein Spalier. Und für einen kurzen Augenblick spielte die Liga und auch das Ergebnis überhaupt keine Rolle mehr. Sogar die Spieler der Gäste applaudierten dem sichtlich ergriffenen Christopher Hennes, der mit Tränen in den Augen den Rasen der H&R Arena gen Seitenauslinie verlies.
„Ein ganz Großer geht heute hier vom Feld“, hallte es durch die H&R-Arena! Ein Satz, der wohl kaum treffender hätte sein können.
Auch viele weitere Spieler der ersten, zweiten und dritten Mannschaft wurden nach Abpfiff verabschiedet. Spieler, die Zeit, Leidenschaft und Herzblut in diesen Verein investiert haben. Manche über Jahre, manche über Jahrzehnte. Namen wie Eren Albayrak, Anas Akhabach oder Melvin Musangu werden den Fans genauso in Erinnerung bleiben wie viele weitere Gesichter dieses Teams.
Natürlich tut der Abstieg weh. Sehr sogar. Doch was an diesem Tag ebenfalls sichtbar wurde: Dieser Verein lebt. Durch seine Fans. Durch seine Gemeinschaft. Durch Spieler, die bleiben – auch wenn die Liga wechselt. Allen voran Kümhof, Meier, Werlein oder auch Felix Schmitt, der für die SG so wertvoll geworden ist.
Besonders bewegend waren dabei auch die vielen Reaktionen aus der Oberliga. Zahlreiche Vereine meldeten sich nach dem feststehenden Abstieg mit ehrlichen und respektvollen Worten. Stellvertretend schrieb die SpVg Erkenschwick:
„Wir sind sehr traurig, dass wir nächste Saison kein Duell haben. Aber vergesst nicht: Freundschaft kennt keine Liga!“
Auch der TuS 1886 Sundern e.V., richtete emotionale Worte an die SG:
„Auch wenn heute vorerst das Kapitel Oberliga für die SG Finnentrop/Bamenohl endet, möchten wir euch als Verein aus der Nachbarschaft großen Respekt aussprechen. Ihr habt dem höchsten Amateurfußball der Region gezeigt, dass Bodenständigkeit, Gastfreundschaft und die Nähe zur eigenen Herkunft keine Floskeln sein müssen. Die SG war in den vergangenen Jahren für viele Vereine ein Beispiel dafür, was mit Herzblut, Leidenschaft, harter Arbeit und einer klaren Vision möglich ist.“
Genau das bleibt hängen nach diesem letzten Spieltag.
Das Kapitel Oberliga endet heute.
Wir sagen Danke – an alle, die diesen Weg mit uns gegangen sind. Für Leidenschaft, Zusammenhalt, Freundschaften und Erinnerungen, die bleiben werden.























































