4:4 - SG belohnt sich nicht für 90 starke Minuten

Sonntag, 16. August 2026 · 15:30 UhrWestfalenliga Staffel 2, 2. Spieltag
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Schwachpunkt Defensive 9 Gegentreffer in 2 Spielen

Spielbericht vom 16. August 2026

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    Dreimal geführt und doch nur ein Punkt – SG spielt 4:4 gegen Holzwickede

    Spektakel kann die SG Finnentrop/Bamenohl in dieser noch jungen Saison offenbar. Nach dem wilden 7:5 zum Auftakt bei Concordia Wiemelhausen fielen auch beim ersten Heimspiel in der H&R Arena wieder acht Tore. Dieses Mal allerdings mit dem bittereren Ende für die Mannschaft von Trainer Jonas Ermes.

    4:4 gegen den Holzwickeder Sport Club – nach dreimaliger Führung und dem entscheidenden Ausgleich erst in der Nachspielzeit.

    Damit steht die SG nach zwei Spieltagen zwar mit ordentlichen vier Punkten da. Eine Zahl dürfte dem Trainerteam allerdings überhaupt nicht gefallen: Neun Gegentore in gerade einmal zwei Spielen.

    Das ist deutlich zu viel und offenbart derzeit eine Schwäche, die angesichts der personellen Besetzung der Defensive durchaus überrascht. Schließlich stehen dort mit mehreren Spielern aus dem Kader der vergangenen Oberliga-Saison keineswegs unerfahrene Akteure auf dem Platz.

    Dass die Mannschaft gleichzeitig genügend Qualität besitzt, um in der Westfalenliga eine gute Rolle zu spielen, zeigte sie auch gegen Holzwickede über weite Strecken. Die SG betrieb einen enormen Aufwand, presste früh und erspielte sich zahlreiche Möglichkeiten. Umso ärgerlicher war, dass sich die Mannschaft durch individuelle Fehler immer wieder selbst um den Lohn ihrer Arbeit brachte.

    „Ein Gefühlsbad zwischen brutal genervt und einfach enttäuscht. Holzwickede schießt viermal aufs Tor, macht vier Tore, nach vier individuellen Fehlern von uns“, ärgerte sich SG-Trainer Jonas Ermes.

    Kaden und Humberg sorgen für Traumstart

    Dabei begann die Partie aus Sicht der Hausherren nahezu nach Wunsch.

    Die SG setzte Holzwickede früh unter Druck und versuchte, die Gäste bereits beim Spielaufbau zu Fehlern zu zwingen. Startelf-Debütant Jannik Selter gab nach sechs Minuten den ersten Warnschuss ab. Kurz darauf zwang Alban Peci HSC-Schlussmann Felix Hacker zu einer ersten Parade.

    Nach einer guten Viertelstunde wurde der Aufwand belohnt.

    Die SG eroberte den Ball tief in der gegnerischen Hälfte, Lejf Kaden bekam rund 20 Meter vor dem Tor die Gelegenheit zum Abschluss und setzte den Ball trocken ins linke Eck – 1:0 für die SG.

    Nur wenige Augenblicke später legten die Hausherren nach. Eine Ecke von Jannik Selter fand Max Humberg, der am höchsten stieg und den Ball per Kopf zum 2:0 im langen Eck unterbrachte.

    Nach 17 Minuten schien die SG damit klar auf Kurs.

    Doch wie bereits eine Woche zuvor in Wiemelhausen begann anschließend eine Phase, in der man den Gegner durch eigene Fehler wieder zurück ins Spiel brachte.

    Holzwickede nutzte zunächst eine Unachtsamkeit zum 2:1-Anschlusstreffer in der 23. Minute. Acht Minuten später war die komfortable Führung komplett dahin. Nach einer kurz ausgeführten Ecke erwischte Lokman Erdogan SG-Keeper Fynn Schneider in der kurzen Ecke – 2:2 nach 31 Minuten.

    Erinnerungen an den Saisonauftakt wurden wach. Auch dort hatte die SG zunächst mit 2:0 geführt und den Gegner anschließend wieder ins Spiel kommen lassen.

    Herb bringt die SG erneut nach vorne

    Die Antwort der Bamenohler ließ allerdings nicht lange auf sich warten.

    Wieder setzte die SG den Gegner früh unter Druck. Lukas Herb eroberte den Ball am Strafraum und wurde anschließend im Sechzehner zu Fall gebracht. Den fälligen Strafstoß übernahm Herb selbst und verwandelte sicher zur erneuten 3:2-Führung in der 34. Minute.

    Doch auch diese sollte nicht bis zur Pause halten.

    Kurz vor dem Halbzeitpfiff agierte die SG-Defensive erneut nicht konsequent genug. Holzwickede nahm das Geschenk dankend an und stellte in der 45. Minute auf 3:3.

    Drei eigene Treffer, spielerisch über weite Strecken die bessere Mannschaft – und trotzdem ging es lediglich mit einem Unentschieden in die Kabine.

    SG bestimmt auch nach der Pause das Spiel

    Auch im zweiten Durchgang änderte sich am grundsätzlichen Bild wenig.

    Die SG übernahm wieder die Initiative und drängte auf die erneute Führung. Tristan Studzian hatte in der 52. Minute eine gute Gelegenheit, später boten sich auch Lejf Kaden weitere Möglichkeiten.

    Von Holzwickede kam offensiv dagegen nur noch wenig.

    Die Hausherren investierten deutlich mehr, liefen den Gegner früh an und suchten immer wieder den schnellen Weg nach vorne.

    In der 76. Minute folgte schließlich die Belohnung.

    Nach einem weiteren hohen Ballgewinn ging es schnell: Din Adrovic spielte auf den eingewechselten Luca Hermann, der direkt in den Lauf von Gordon Meyer weiterleitete. Meyer blieb vor dem Tor ruhig und schob überlegt zum 4:3 ein.

    Die dritte Führung an diesem Nachmittag.

    Dieses Mal sollte sie doch reichen.

    Eigentlich.

    Der bittere Moment kommt in der Nachspielzeit

    Die reguläre Spielzeit war praktisch vorbei, als die SG den Ball in der Defensive ein weiteres Mal nicht konsequent aus der Gefahrenzone bekam.

    Und Holzwickede bestrafte auch diesen Fehler.

    Tom Wonneberger nahm Maß und jagte den Ball in der ersten Minute der Nachspielzeit unter die Latte – 4:4.

    Es war der einzige wirklich gefährliche Abschluss der Gäste im zweiten Durchgang. Doch er genügte, um der SG zwei bereits sicher geglaubte Punkte aus der Hand zu nehmen.

    „Wenn man sieht, was wir für einen Aufwand betreiben, was wir uns erspielen und dass wir auch mit Ball guten Fußball gespielt haben, dann ist es natürlich brutal enttäuschend, dass wir heute vom Platz gehen und es nur einen Punkt geholt haben“, bilanzierte Jonas Ermes.

    Vier Punkte – aber neun Gegentore

    Nach zwei Spieltagen steht die SG Finnentrop/Bamenohl nun bei vier Punkten. Ein Saisonstart, mit dem man grundsätzlich leben kann.

    Gleichzeitig liefern die ersten 180 Minuten aber auch genügend Gesprächsstoff.

    Offensiv funktioniert bereits eine Menge. Elf eigene Treffer in zwei Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Die SG kommt zu Chancen, spielt mutig nach vorne und kann ihre Gegner mit ihrem frühen Pressing erheblich unter Druck setzen.

    Auf der anderen Seite stehen allerdings neun Gegentore.

    Und genau dort liegt momentan die große Baustelle.

    Denn sowohl in Wiemelhausen als auch gegen Holzwickede brachte sich die SG durch vermeidbare Fehler selbst in Schwierigkeiten. Besonders bitter: Gegen den HSC reichten am Ende drei Führungen – darunter ein früher 2:0-Vorsprung – nicht zum Sieg.

    Wenn es der Mannschaft gelingt, die individuellen Fehler abzustellen und defensiv die nötige Stabilität zu entwickeln, haben die ersten beiden Partien gleichzeitig gezeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt.

    Denn vier Punkte nach zwei Spielen sind ordentlich.

    Elf geschossene Tore sind stark. Neun Gegentore sind allerdings eindeutig zu viel.

    Am kommenden Spieltag wartet nun die nächste Aufgabe: Dann geht es für die SG ins Siegerland zum starken Aufsteiger SV Germania Salchendorf.